What to do im Zion National Park?
Was (fast) alle tun

Schon bevor man, vom Bryce Canyon oder dem North Rim des Grand Canyon kommend, die Stichstraße erreicht, die ins Herz des Parks führt, ist die Checkerboard Mesa einen Stopp wert. Abfließendes Wasser hat beständig und geduldig ein schachbrettartiges Muster in den relativ weichen Sandstein dieses Berges gegraben, der sich in beige- und orangefarbenen Pastelltönen zeigt. Nur ein kleines Stück weiter biegt unmittelbar vor dem 1930 erbauten, gut eine Meile (anderthalb Kilometer) langen Zion-Tunnel der Trail zum Canyon Overlook von der weinrot geteerten Straße ab. Die mittelmäßig anstrengende, eine Meile (anderthalb Kilometer; hin und zurück) lange Wanderung wird mit einem wundervollen Blick in den Lower Zion Canyon belohnt. Majestätisch und in völliger Ruhe ragen die roten Felswände vor dem Auge des Besuchers auf.
Während der Tour mit dem Shuttle Bus entlang der Stichstraße kann und sollte man wegen des komfortablen Fahrplans häufig aus- und später wieder einsteigen. Zu den attraktivsten Sehenswürdigkeiten zählen die eng beieinander liegenden Gipfel der Three Patriarchs (Aussichtspunkt fast direkt an der Straße), der Weeping Rock, der eine halbe Meile (knapp ein Kilometer; hin und zurück) von der Straße enfernt mit stetig tropfendem Wasser vor sich hin weint, und der Temple of Sinawava, eine steile Felswand am Virgin River ganz am Ende der Stichstraße.
Was besonders schön ist

- Auch im Zion National Park lohnt es sich, die zentralen Straßen an der einen oder anderen Stelle auf zum Teil durchaus ungewöhnliche Weise zu verlassen:
- Am Ende der Stichstraße beginnt entlang des Virgin Rivers der Trail in die Narrows. Auf der ersten Meile ist der Weg in die enge Schlucht geteert und damit leicht zu bewältigen. Danach fängt der Spaß aber erst richtig an, denn man kann im Wasser des Flusses weiter in die fast klammförmige Öffnung zwischen den Felswänden eindringen - allerdings nicht bei allen Wasserständen, nicht ohne die richtige Ausrüstung und nicht zu jeder Tageszeit mit den gleichen einzigartigen Eindrücken. Aber all das lässt sich ohne großen Aufwand und vor allem -auch wenn es mancherorts anders zu lesen ist- ohne eine förmliche Erlaubnis klären.
- Schwindelfrei sollte dagegen sein, wer eine anstrengende, fünf Meilen (neun Kilometer; hin und zurück) lange Wanderung in Angriff nimmt, die meist sanft mäandernd, aber doch merklich ansteigend in die roten Berge hinaufführt. Hat man den Hinweg fast schon komplett hinter sich, sagt einem der Blick vom Aussichtspunkt in das Zion-Tal, warum man die Mühe auf sich genommen hat. Der eigentliche Clou aber liegt dann noch vor dem Wanderer: Das letzte Stück führt eng, extrem steil, überwiegend auf in den Stein gehauenen Stufen, die nicht eben auf Gegenverkehr ausgerichtet sind, bergauf. Jeder wird selbst entscheiden, ob er sich diesem Nervenkitzel für eine nochmals leicht verbesserte Aussicht von ganz oben aussetzen möchte.
- Für amerikanische Verhältnisse schon beinahe in unmittelbarer Nähe des Zion National Parks kann man dem Kind im Manne (und in der Frau) nachgeben und nach Herzenslust in einer 1.200 Hektar großen, dünengefüllten Sandkiste spielen. Eine willkommene Abwechslung, völlig konträr zu den Gesteinslandschaften der umliegenden Nationalparks. Von Dünen springen, seine Spuren für kurze Zeit auf der unberührten Oberfläche hinterlassen oder einfach nur im orangefarbenen Sand sitzen und den Gedanken nachhängen - man hat die freie Auswahl, aber nur wenn man weiß, mit wem man sich dieses Fleckchen auf welche Weise zu teilen hat.
