What to do an der Atlantic Coast?
Was (fast) alle tun

In Kitty Hawk auf den via Damm zu erreichenden nördlichen Outer Banks wurde Luftfahrthistorie geschrieben: Am 17. Dezember 1903 gelang hier den Brüdern Orville und Wilbur Wright der erste Motorflug. Er war 36 Meter „lang". Im Wright Brothers National Memorial auf dem Originalflugfeld von damals wird mehrfach täglich in leicht verständlicher Form die Geschichte der vom deutschen Flugpionier Otto Lilienthal inspirierten Brüder erzählt. Zuhause in Ohio betrieben sie eine Fahrradreparaturwerkstatt und um die Jahrhundertwende schrieben sie zehn nach ihrer Meinung wegen der Windverhältnisse geeignete amerikanische Orte zwecks Unterstützung für ihr Flugvorhaben an. Nur aus Kitty Hawk bekamen sie Antwort.
In das sich südlich anschließende Nags Head reichen die Dünen des Jockey´s Ridge State Park hinein. Eine von ihnen ist mit rund 30 Metern Höhe die größte der gesamten amerikanischen Atlantikküste. Hat man Nags Head nach Süden verlassen und auch noch den quer gestreiften Leuchtturm von Bodie Island passiert, so bieten sich auf den rund 50 Meilen (etwa 80 Kilometern) bis zum Cape Hatteras unzählige Zugänge zum endlosen Sandstrand der Outer Banks. Am Cape Hatteras steht das Wahrzeichen North Carolinas, ein diagonal in schwarz und weiß gestreifter Leuchtturm.
Will der Reisende auf seinem Weg nach Süden die Outer Banks wieder verlassen, dann funktioniert das nicht wie im Norden per Damm, sondern nur mit der Autofähre von Ocracoke aus - am besten nach Cedar Island. Die mehr als zweistündige Überfahrt sollte in jedem Fall vorab beim North Carolina Ferry System (NCFerry) reserviert werden. Eine Garantie, dass die Überfahrt auch tatsächlich zu Stande kommt, ist aber auch das nicht: Die bisweilen stürmische See lässt die eine oder andere Fahrt ganz einfach ausfallen.
Myrtle (sprich: Mörtel) Beach und sein Satellit North Myrtle Beach haben klingende Namen, aber sie sind unansehnlich. Das liegt in erster Linie an den Hotelklötzen, mit denen fast die gesamte Strandlinie verbaut ist - völlig untypisch für die Carolinas. Zum Teil sind auf dem Strand vor den Hotels riesige, rostige Rohrleitungen verlegt. Abschnitte, die (noch) nicht von Hotelbauten verunstaltet sind, befinden sich entlang des Ocean Boulevard zwischen der 35. und 50. sowie zwischen der 62. und 68. Avenue. Deutlich besser aufgehoben als in Myrtle Beach ist der Reisende knapp nördlich in Little River oder knapp südlich in Surfside Beach.
Dass es bautechnisch auch ganz anders geht, beweist im äußersten südlichen Zipfel South Carolinas das über einen Damm zugängliche Hilton Head Island, die größte Insel vor der Atlantikküste zwischen New York und Florida mit einem rund 12 Meilen (fast 20 Kilometer) langen, herrlichen Sandstrand. Sein zentraler Zugang befindet sich am Coligny Circle; einen viel schöneren Strandabschnitt erreicht man indes über die Bradley Beach Road (Driessen Beach Park). Die Gebäude auf Hilton Head Island sind niedriger, geschmackvoller und teurer als in den Bausünden-Orten.
Was besonders schön ist



- Auf den Outer Banks lässt sich der perfekte Tag verleben, ohne dass dabei die bekannten Highlights wie Wright Brothers National Memorial oder Cape Hatteras Lighthouse die Hauptrolle spielen.
- Manchmal sollte man auch in einem USA-Urlaub für einen ganzen Tag das Auto stehen lassen, das Badehandtuch einpacken und dann mit ganz anderen Verkehrsmitteln unterwegs sein.
- Eine Schönwettergarantie gibt es auch an der wunderbaren Küste der Carolinas nicht. Vor allem wenn es denn mal regnen sollte (aber durchaus auch sonst), können ein ungewöhnliches Schiff oder aber Einkaufsparadiese für Abwechslung sorgen.
- Eigentlich gibt es so etwas Schönes und Gepflegtes nur an Schlössern oder vielleicht noch mitten in großen Städten. Die Atlantikküste macht aber eine Ausnahme.
