What to do in Washington, D.C.?
Was (fast) alle tun

Durch ihre Sehenswürdigkeiten wird die US-Kapitale zur Fußgängerstadt, denn Washingtons Attraktionen gruppieren sich beinahe komplett im Umfeld der National Mall und der Constitution Gardens zwischen Independence Avenue im Süden und Constitution Avenue im Norden.
In doppeltem Sinne sollte man sich jedoch vor diesem durchaus touristenfreundlichen Hintergrund vor Fehleinschätzungen hüten: Erstens sind es vom Lincoln Memorial am westlichen Ende der waagerechten Achse bis zum Capitol ganz im Osten immerhin knapp zweieinhalb Meilen (vier Kilometer). Nimmt man noch Abstecher zum Weißen Haus und zur Library of Congress hinzu, wächst die Distanz um eine weitere halbe Meile (knapp einen Kilometer). Und zweitens braucht der Reisende - will er dem absolut empfehlenswerten Angebot aus Geschichte, Kunst, Politik, Wissenschaft und Unterhaltung auch nur in etwa gerecht werden - mindestens zwei Tage für National Mall & Co.
Eines der sehenswertesten Gebäude ist die Library of Congress, über deren Hauptportal vier berühmte Persönlichkeiten gewürdigt werden. Eine von ihnen ist Johann Wolfgang von Goethe. Im Inneren verschlagen einem vor allem die prachtvolle Deckengestaltung und der großartige Lesesaal den Atem. In den Lesesaal kann man von einer Empore hineinschauen, wenn man an einer der kostenlosen Führungen teilnimmt - oder aber sich einer solchen in richtigen Moment für eine kleine Weile unauffällig anschließt. Im Lesesaal können sich eingetragene Mitglieder mit Wissen versorgen; ausleihen jedoch dürfen sich die Bücher nur Abgeordnete des Kongresses der Vereinigten Staaten.
Sozusagen direkt gegenüber steht das schneeweiße Capitol, der Sitz des aus Repräsentantenhaus und Senat bestehenden US-Parlaments. Das Capitol wird aus gegebenem Anlass schwer bewacht, und Führungen, die die einzige Möglichkeit darstellen, hineinzugelangen und für die man sich im Besucherkiosk südwestlich des Hauptgebäudes anmelden muss, sind durch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen sehr zeitaufwändig geworden.
Unter den Museen, die sich auf beiden Seiten der National Mall gruppieren, die kostenlosen Eintritt gewähren und beinahe alle durch das Smithsonian Institute verwaltet werden, ragen heraus: das National Air & Space Museum mit dem Charles Lindbergh-Flieger „Spirit of St. Louis", der Apollo 11-Kapsel, dem Einstein-Planetarium und einem IMAX-Kino (unweit des internationalen Flughafens Washington Dulles ist die moderne Filiale dieses Museums fast noch attraktiver), das National Museum of the American Indian, ein an eine Felsklippe erinnerndes Gebäude mit Informationen zur Geschichte der Indianer und zu ihrer Lebensweise - jeweils ohne alle Wildwestklischees, das National Museum of Natural History mit dem Hope-Diamanten und der größten je ausgegrabenen fossilen Pflanzen sowie die National Gallery of Art unter anderem mit Werken von Calder, Moore, Picasso und Miró in ihrem West Wing Building.
Auch bei den Gebäuden, Denkmälern und Monumenten kann es an dieser Stelle auf Grund ihrer Vielfalt nur zur Vorstellung einer Auswahl reichen. Erwähnt seien deshalb das burgartige Gebäude des Smithsonian Institute, der fast 170 Meter hohe Obelisk des Washington Monument mit einer Aussichtsplattform, das knapp nördlich der Constitution Gardens gelegene Weiße Haus als (Wohn-)Sitz des US-Präsidenten, das etwas abseits und südlich der Constitution Gardens zu findende Jefferson Memorial, eine Nachempfindung des römischen Pantheon mit Zitaten aus der Unabhängigkeitserklärung an den Innenwänden, das Vietnam Veterans Memorial, eine Gänsehaut verursachende Granitwand, auf der die Namen der im Vietnamkrieg gefallenen US-Soldaten zu lesen sind, sowie das Lincoln Memorial, dessen Bauweise an das Partheon in Athen angelehnt ist.
Nahe der National Mall lockt zudem das phantasievolle Intenational Spy Museum mit Knopflochkameras, in Lippenstiften verborgenen Waffen und Geheimcode-Entschlüsslern, und nur eine gute Meile (knapp zwei Kilometer) nordwestlich des Lincoln Memorial beginnt mit Georgetown ein zum In-Viertel gewordener, historischer Stadtteil. Viele der Häuser stammen aus dem 18. oder 19.Jahrhundert und gefallen durch Erker, bunte Türen oder steile Treppen zu den Eingängen. Kopfsteinpflasteralleen, aber auch reichlich Restaurants, Galerien und Boutiquen tragen zum Reiz des Stadtteils bei.
Was besonders schön ist




- Die National Mall und die Constitution Gardens bergen so viele Schätze, dass man nur zu leicht den Überblick verlieren kann, und vor allem ist Washington hier zu fast jeder Zeit - insbesondere natürlich in den Sommermonaten und an Wochenenden - chronisch überfüllt. Da ist es von Vorteil, wenn der Reisende neben oder vielleicht sogar alternativ zu den Hauptbesuchermagneten noch das eine oder andere Ass im Ärmel hat:
- einen Aussichtspunkt, der es locker mit der Plattform oben im Washington Monument aufnimmt und der dazu noch - jeweils anders als der Obelisk - kostenlos, nicht morgens schon für den ganzen Tag ausgebucht und mit einer vortrefflichen Möglichkeit, eine schmackhafte Mahlzeit einzunehmen, ausgestattet ist
- einen Abstecher in die Natur, der inmitten all der Informationen zu Geschichte, Politik und Kultur der Seele die Chance zum Baumeln gibt
- ein Denkmal der besonderen Art, das - man soll es kaum glauben - fast keiner kennt und das gerade deutschen Besuchern viel Freude macht
- ein Monument zu einem in Europa fast vergessenen Ereignis, das auf Grund seiner Gestaltung zum Sehenswertesten in Washington gehört
- eine Möglichkeit, National Mall und Constitution Gardens auf eine moderne, zeit- und kraftsparende und bislang noch sehr ungewöhnliche Weise zu erschließen
- einen perfekten Platz für eine Pause mit Imbiss am späteren Nachmittag oder frühen Abend.
- Einen ebenso perfekten Platz für den Ausklang eines Washington-Tages (oder auch für jede andere Uhrzeit) findet man in Georgetown.
