Virginia -
im Land der Präsidenten und der blauen Berge

Virginia hat den Beinamen „Old Dominion" (altes Herrschaftsgebiet), wird aber auch „President's State" genannt. Schließlich kamen mit William Henry Harrison, Thomas Jefferson, James Madison, James Monroe, Zachary Taylor, John Tyler, George Washington und Woodrow Wilson nicht weniger als acht US-Präsidenten aus Virginia.
Die ersten Siedlungsversuche in der Neuen Welt unternahmen die Engländer im heute rund acht Millionen Einwohner zählenden Virginia; die erste Siedlung war im Jahr 1607 Jamestown. Mit Annahme der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika durch den Kongress am 4. Juli 1776 zählte Virginia zu den 13 Gründerstaaten der USA.
Im Nord-/Süd-Konflikt, der 1861 vor allem wegen unterschiedlicher Positionen in Bezug auf die Sklaverei zum amerikanischen Bürgerkrieg führte, gehörte Virginia zur Konföderation des Südens. In den folgenden vier Jahren wurde der Staat zu einem der wichtigsten Schauplätze der kriegerischen Auseinandersetzungen, zumal es mit Richmond die Hauptstadt der Konföderierten stellte. Die sklavenfreien nordwestlichen Gebiete erklärten schon zu Beginn des Bürgerkrieges ihre Abspaltung. Dieser (ehemalige) Teil Virginias wurde 1863 als West Virginia zum 35. Bundesstaat der USA.
Heute gehört Virginia zu den wirtschaftlich erfolgreichsten US-Staaten mit einem Top Ten-Platz im Bruttoinlandsprodukt pro Kopf-Ranking. In der Landwirtschaft dominieren der Anbau von Tabak, Baumwolle, Erdnüssen, Mais und Weizen; zudem wird Viehzucht (insbesondere Milchviehhaltung) betrieben. Wichtige Industriezweige sind die Eisen-, Holz-, Papier-, Glas- und Tabakverarbeitung sowie der Schiffbau.
Unter den landschaftlichen Attraktionen ragt der einzige Nationalpark Virginias, der Shenandoah National Park mit dem sich anschließenden, bis nach North Carolina führenden Blue Ridge Parkway, heraus.
Zu den bekanntesten Personen mit Wurzeln in Virginia zählen neben den Präsidenten das Schauspieler-Geschwisterpaar Shirley MacLaine und Warren Beatty, Jazzsängerin Ella Fitzgerald, Südstaaten-General Robert E. Lee, der Amerika-Erkunder Meriwether Lewis und Star-Schriftsteller Tom Wolfe.
Richmond, Virginias Hauptstadt mit ihren rund 200.000 Bürgern, ist zwar ein geschichtsträchtiger Ort, aber keineswegs verstaubt. Zusammen mit dem nahegelegenen Historischen Dreieck bietet die Stadt Vieles zum Eintauchen in das Amerika von gestern und auch Reizvolles aus der Welt von heute, also genügend Ansatzpunkte für Sehens- und Erlebenswertes.
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