Little Bighorn Battlefield -
legendärstes Schlachtfeld der Indianerkriege

Es gibt wohl kaum eine kriegerische Auseinandersetzung auf amerikanischem Boden, die so oft und so kontrovers diskutiert wurde, wie das Aufeinandertreffenvon Siebtem Kavallerieregiment der US Armyund Kriegern der Sioux und Cheyenne im Juni 1876. Die Indianer hatten sich zuvor wiederholt ihrer Zwangsumsiedlung widersetzt. So war Custers Regiment zu einer Art Strafexpedition aufgebrochen. Als die Soldaten auf dem Gebiet des heutigen National Monument Indianer erblickten, wäre es Custers Auftrag gewesen, diese unbemerkt auszuspähen und ihre zahlenmäßige Stärke abzuschätzen.
Der General, wie ihn seine Leute nannten, obwohl er nur Oberstleutnant war, handelte jedoch entgegen seines Auftrags. Er ließ die Indianer angreifen und teilte seine Soldaten dazu in mehrere Gruppen auf - ein unorthodoxes Vorgehen, das sich allerdings zuvor bei mehreren Auseinandersetzungen bewährt hatte. Dieses Mal kam es anders: Custer unterschätzte Anzahl und Kampfeswillen der Indianer bei Weitem; sein Regiment wurde vernichtend geschlagen. Es war aber ein Pyrrhussieg für die Indianer, denn von diesem Zeitpunkt an ging das Militär noch erbarmungsloser gegen sie vor. Schon relativ kurze Zeit später war die Umsiedlung in die zugewiesenen Reservate komplett abgeschlossen.
Bereits drei Jahre nach der Schlacht errichtete man - getreu der „weißen" Geschichtsschreibung - das Custer Battlefield Monument, in dem der „General" zum Helden verklärt wurde. Erst in der 90er Jahren des 20.Jahrhunderts setzte sich eine historisch objektivere Sichtweise durch, die ihren Niederschlag auch in der Umbenennung in Little Bighorn Battlefield National Monument fand. Dort stößt der Reisende auf Sehens- und Erlebenswertes zu einem eher dunklen Kapitel der amerikanischen Geschichte.
