Great Smoky Mountains -
im blauen Dunst der Berge

Bis ins 19. Jahrhundert waren die Great Smoky Mountains Heimat der Cherokee-Indianer, die ihnen wegen der häufig auftretenden Nebel den Namen Shalonage, Ort des blauen Nebels, gaben. Eine absolut treffende Bezeichnung, denn auch heutzutage liegt selbst an klaren Tagen so gut wie immer ein leichter, tatsächlich bläulich wirkender Dunst über dem Park.
Zwar hat dieser Dunst - die frühe Erkenntnis der Indianer belegt es - ursächlich nichts mit Smog zu tun, aber dennoch hat er eine Verbindung zur Luftverschmutzung: Mit zunehmender Industrialisierung war zu beobachten, dass der Dunst vermehrt kleine Sulfatpartikel aufnahm, wodurch sich die Fernsicht auf dem Gebiet des Nationalparks seit den 1950er Jahren um rund 60 Prozent verschlechtert hat. Auch die Fichtenbestände des Parks werden durch die Luftverschmutzung geschädigt, doch der größte Feind der Nadelbäume in den Great Smoky Mountains sind bestimmte Insektenarten. Sie zerstören vor allem Bäume in höheren Regionen; am Clingmans Dome kann man sich davon überzeugen.
Einen Teil zur angespannten ökologischen Situation trägt ferner der Autoverkehr in diesem Gebiet bei, denn die Great Smoky Mountains sind mit weit über 10 Millionen Besuchern pro Jahr der mit weitem Abstand meistbesuchte Nationalpark der USA. Allerdings: Der überwiegende Anteil nutzt die durch den Park führende Newfound Gap Road nur als Transitstrecke, da sie eine der wesentlichen Verbindungen zwischen Tennessee und North Carolina ist. Die Grenze zwischen den beiden US-Bundesstaaten verläuft in Ost-West-Richtung praktisch durch die Mitte des Nationalparks.
Aber auch ohne die Durchgangsreisenden wird es oft sehr voll im Park, sodass es ratsam ist, den Besuch - wenn möglich - auf den Wochenanfang oder die Wochenmitte zu legen. Dann hat man eine Chance, im Great Smoky Mountains National Park, der mit einigem Recht als das grandiose Finale des Blue Ridge Parkway bezeichnet wird, alles Sehens- und Erlebenswerte auch wirklich genießen zu können. Denn davon hat der Park trotz Luftverschmutzung und Pflanzenschädlingen jede Menge zu bieten.
